Weltethos

Die Weltethos-Schulen

Brückenbauer für ein Menschheitsethos und den Dialog der Religionen

I) Warum Weltethos-Schule?

Jede Schule ist heute aus unterschiedlichen Gründen gehalten, sich ein Profil zu geben und gemeinsam mit allen am Schulleben Beteiligten – Schüler, Lehrer, Eltern – an der eigenen Schulentwicklung zu arbeiten. Und jeder junge Mensch braucht heute ethische sowie interreligiöse und interkulturelle Kompetenzen, um in der heutigen Welt zurecht zu kommen.

Viele Schulen bemühen sich, ein Leitbild zu entwickeln sowie Regeln mit ihren Klassen aufzustellen, damit das Zusammenleben an der Schule besser gelingt. Für einen friedlichen Umgang miteinander – auch über die Schulen hinaus –, ist es unerlässlich, dass Kinder und Jugendliche Werte kennenlernen, die religions- und kulturübergreifend gültig sind. Zudem sollten in Schulen, wo verschiedene Religionen präsent sind, Prozesse interreligiösen Lernens angeregt und Formen interreligiöser Kommunikation eingeübt werden.

Die Stiftung Weltethos steht Schulen mit Rat und Tat zur Seite, um diesen hohen Anforderungen gerecht werden zu können. Seit ihrer Gründung 1995 arbeitet sie mit Schulen, Lehrkräften und Schulbehörden zusammen und hat dadurch entsprechende Kompetenzen in den Bereichen „Wertevermittlung“ und „interreligiöse Bildung“ erworben.

II) Was ist eine Weltethos-Schule?

Mit dem Titel „Weltethos-Schule“ zeichnet die Stiftung Weltethos Schulen aus, welche die Weltethos-Thematik in ihren Lehrplan integrieren und ihren Schülern vermitteln. Sie finden Wege, die Weltethos-Werte im Schulalltag zu verankern, so dass sie in der Schule von allen eingeübt, erprobt und gelebt werden

Die Weltethos-Idee konkretisiert sich in den folgenden Prinzipien und Werten:

• Das Prinzip der „Gegenseitigkeit“, ausgedrückt in der „Goldenen Regel“: „Was du nicht willst, das man dir tut, das tue auch den anderen nicht!“

• Das Prinzip der „Menschlichkeit“: „Jeder Mensch muss menschlich behandeltwerden.“

• Eine Kultur der Gewaltlosigkeit und der Ehrfurcht vor allem Leben;

• eine Kultur der Solidarität und des fairen Umgangs miteinander;

• eine Kultur der Toleranz, Transparenz und Wahrhaftigkeit;

• eine Kultur der Gleichberechtigung von Jungen und Mädchen, Männern und Frauen.

Weltethos-Schulen zeichnen sich dadurch aus, dass sie

auf unterschiedliche Bildungsvoraussetzungen sowie kulturelle und nationale Herkunft ihrer Schülerinnen und Schüler besondere Rücksicht nehmen und zum Ausgleich von Benachteiligungen beitragen;

- jedes Kind in seiner Einzigartigkeit wahrnehmen, achten, fördern und fordern;

ein interreligiöses und multikulturelles Forum und ein Ort für Impulse sind, diemenschliches Zusammenleben bereichern und erleichtern;

Gemeinsinn im Unterricht, in der Schule und über die Schule hinaus fördern und umsetzen.

III) Vorteile einer Weltethos-Schule

•Aufgrund ihrer Kompetenzen und langjährigen Erfahrungen in den Bereichen „Wertevermittlung“ und „interreligiöse Bildung“ kann die Stiftung Weltethos den Schulen fachliche Unterstützung und inhaltliche Impulse bieten.

•Die Stiftung Weltethos stellt den Weltethos-Schulen die folgenden Lehrmittel kostenlos zur Verfügung:

     – das „Handbuch Weltethos“;

     – den Materialienordner „Weltethos in der Schule“ bzw. in Grundschulen das Lehrmittel „Weltethos für 4-8jährige“:

     – die Materialien zum Multimedia-Projekt „Spurensuche. Die Weltreligionen auf dem Weg“: Filme, Buch und USB-Karte;

     – die Posterversion der Ausstellung „Weltreligionen – Weltfrieden – Weltethos“;

     – die multimediale Lernplattform „A Global Ethic now!“ als Offline-Version auf USBStick.

- Weltethos-Schulen verleihen der Schule ein besonderes Profil in der Öffentlichkeit und machen neugierig.

• Die Stiftung unterstützt Maßnahmen und Projekte der Schule im Rahmen ihrer Aktivitäten als Weltethos-Schule. Dafür können bei der Stiftung im Jahr bis zu 500 Euro beantragt werden.

• Weltethos-Schulen können von der Stiftung mit anderen Weltethos-Schulen vernetzt werden und dabei vom gegenseitigen Erfahrungsaustausch profitieren.

• Die ausgezeichneten Schulen sind berechtigt, die Bezeichnung „Weltethos-Schule“ zu tragen und in ihren Schriften, ihrem medialen Auftritt und an ihren Gebäuden, auch verbunden mit dem Hinweis „Ausgezeichnet durch die Stiftung Weltethos Tübingen“, zu verwenden.

IV) Anforderungen, die nach der Auszeichnung zur Weltethos-Schule umgesetzt werden müssen

Die Schule verpflichtet sich, ihr Schulleben an den Werten des Weltethos zu orientieren und diese Werte ihren Schülern zu vermitteln. Dazu wird sie mindestens das Folgende unternehmen:

• Die Schule nimmt, falls dies nicht ohnehin schon der Fall ist, das Projekt Weltethos in das schulinterne Curriculum Religion / Ethik / Werte und Normen / Praktische Philosophie S I und S II etc. auf.

• Die Schule verpflichtet sich, alle zwei Jahre mindestens ein Projekt zur Weltethos-Thematik durchzuführen.

• Die Schule bemüht sich, darüber hinaus mindestens ein weiteres regelmäßiges

Angebot im Sinne des Weltethos zu konzipieren und durchzuführen, beispielsweise:

– Einführung von Arbeitsgemeinschaften, die selbständig Projekte zur Umsetzung der Weltethos-Idee, auch im außerschulischen Raum, erarbeiten;

– Workshops oder Kompaktseminare z. B. zur Gewaltprävention, zu Fragen der Wirtschafts- und Globalisierungsethik und zum interreligiösen Dialog;

– Exkursionen zu religiösen und interreligiösen Lernorten;

– Ausbildung von Schülerinnen und Schülern zu Streitschlichtern;

– Maßnahmen zum Einüben und zur Pflege einer Kultur des Miteinanders, die getragen ist von gegenseitiger Achtung und Toleranz.

Die Stiftung Weltethos erwartet von den ausgezeichneten Schulen einmal jährlich einen kurzen schriftlichen Bericht(inkl. Fotos) über die durchgeführten Maßnahmen. Im Einvernehmenmit der Schule können sich zudem Mitarbeiter der Stiftung darüber vor Ort informieren. Ein solcher Informationsbesuch ist dann obligatorisch, wenn die Schule nach fünf Jahren ihre Auszeichnung als Weltethos-Schule erneuern will.

Die Stiftung darf über die ausgezeichneten Schulen und deren Aktivitäten und Maßnahmen in Absprache mit der Schulleitung medial berichten und kann die ausgezeichneten Schulen übereinander informieren und miteinander in Verbindung bringen (Schaffung eines „Netzwerk Weltethos-Schulen“).

V) Bewerbung

Eine Bewerbung um die Auszeichnung „Weltethos-Schule“ soll folgendes enthalten:

• Das „Leitbild“ (oder „Schulprogramm“) der Schule und eine Beschreibung, wie dies im Schulalltag umgesetzt wird;

• eine Auflistung der bisherigen Aktivitäten im Bereich Wertevermittlung, interreligiöser und interkultureller Bildung;

• die Begründung, warum die Schule den Titel „Weltethos-Schule“ erhalten soll;

• die Entscheidung der verantwortlichen Gremien der Schule zur Bewerbung.

Schulen, die „Weltethos-Schulen“ werden wollen, wenden sich bitte mit einem Bewerbungsschreiben an die Stiftungsleitung (Dr. Stephan Schlensog –Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!). Wenn die Bewerbung positiv bewertet wird, werden Mitarbeiter der Stiftung mit der Schulleitung einen Besuchstermin vereinbaren, um sich vor Ort – im Gespräch mit Schulleitung, Lehrerkonferenz oder Fachkonferenzen – ein Bild zu machen.

Die Stiftung Weltethos vergibt den Titel „Weltethos-Schule“ für die Dauer von fünf JahrenEine erneute Verleihung ist möglich.

 Quelle: weltethos.org